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Johann Bohnert, Vorsitzender der Verkehrswacht Traunstein e.V.

Sollten Senioren auf das Autofahren verzichten - Verkehrswacht beim evangelischen Frauenkreis in Trostberg

Auf Einladung des evangelischen Frauenkreises Miriam hielt der Vorsitzende der Traunsteiner Verkehrswacht Johann Bohnert am 05.11.19 einen Vortrag über richtiges Verhalten im Straßenverkehr.
Einleitend erzählte der ehemalige Leiter der Polizeistation Traunreut, wie er bereits als kleiner Bub seine ersten Eindrücke von den Gefahren des Straßenverkehrs bekommen hat. So war vor über 50 Jahren unterhalb der Stadtpfarrkirche ein Polizist gestanden, der mehr oder weniger erfolgreich versucht hat, den Verkehr zu regeln. Dies hat ihn dermaßen beeindruckt, dass er bereits damals beschloss, auch einmal Polizist zu werden und sich um den Verkehr zu kümmern.

Den verkehrsregelnden Polizisten gibt es schon lange nicht mehr, umso mehr müssen die Verkehrsteilnehmer im jetzt viel dichteren Straßenverkehr selber auf sich acht geben.

Besonders gefährdet sind im Straßenverkehr die Senioren. Vor allem wenn sie als Fußgänger unterwegs sind lauern viele Gefahren. Grundsätzlich sollte man als Fußgänger immer Querungshilfen bemutzen. Dennoch muß man trotz Ampel oder Fußgängerüberweg immer auf den Verkehr achten.

Auch beim Radfahren gebe es in zunehmenden Alter Probleme.
Oftmals fällt es einem schwer sich nach hinten umzudrehen oder die Anstrengung führt dazu, dass man nicht mehr richtig auf den Verkehr achtet.
Aus seiner eigenen Erfahrung wußte allerdings Bohnert, der immerhin 40 Jahre als Polizist tätig war, dass Radfahrer, egal welchen Alters immer leichtsinniger werden und oft die Verkehrsregeln nicht beachten. Vermehrt tauchen auch Probleme mit den E-Bikes auf. Die meisten unterschätzen das enorme Leistungspotenzial dieser elektrisch unterstützten Räder.
Beim Radeln ist ein passender Helm, ein tiefer Einstieg beim Rad und breite Reifen wichtige Voraussetzungen für sicheres
Radfahren im Alter. Man sollte auch keine Gegenstände an den Lenker hängen, das kann zu schweren Stürzen führen.

Auch Autofahren in höheren Alter birgt besondere Gefahren.
Das Risiko steigt vor allem ab 80 Jahre enorm an und ist der Risikogruppe der 18 bis 24-jährigen gleichzusetzen. Häufigste Unfallursache bei älteren Mitmenschen sei Fehlverhalten beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren. Es gibt aber auch immer wieder Unfälle durch Missachtung der Vorfahrtsregelung.
Im Alter werden die Reaktionszeiten naturgemäß länger und neue Regeln im Straßenverkehr sind nicht immer geläufig
Trotzdem könnten und sollten ältere Menschen auf das Autofahren nicht verzichten, wenn sie besondere Ratschläge beachteten. So sollte man verkehrsreiche Stoßzeiten vermeiden und auch bei widrigen Witterungsverhältnissen oder bei Dunkelheit ist es besser wenn man nicht fährt. Wichtig ist auch, dass man sich im Auto nicht unter Druck setzen lässt und immer die Ruhe bewahrt.
Wenn man aber des öfteren Verkehrszeichen übersieht oder wenn sich die Unfälle häufen oder wenn man gar das eigene Auto nicht mehr findet, dann ist es Zeit, sich mit seinem Arzt und den Angehörigen zu beratschlagen, ob es nicht Möglichkeiten gibt, dass man auch ohne eigenes Auto mobil ist.

Die rund 30 Besucher im Gemeindehaus der Christuskirche im Alter von 62 bis 90 Jahren zeigten reges Interesse an dem Vortrag und stellten eifrig Fragen.
Bohnert schloss den Vortrag mit dem Hinweis, dass die heutige Seniorengeneration die Möglichkeit hat viel für die eigene körperliche und geistige Fitness zu tun und dadurch auch viel länger mobil bleibt.

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